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"Christlicher Friedensdienst vor und nach der Friedlichen Revolution - wie gehen wir weiter?" - Das Herbstjahrsseminar 2009

  Unter "Impressionen" befinden sich einige Fotos zum Seminarwochenende.

Das Jahr 2009 ist eines vielfältiger Jährungen. Dieser Umstand ging auch nicht an der Seminargestaltung vorbei - zumal das Friedensseminar auch im Hinblick auf die weitreichenden Veränderungen um 1989/90 gewirkt hat (siehe Vorstellung oder Publikationen zur Geschichte). Rein historische Beschäftigung war jedoch noch nie Sache dieser Veranstaltung. Das zeigte sich auch im Herbstseminar. So standen im Vorfeld Fragen wie: Was ist aus all dem geworden, was wir uns erträumt, wofür wir gearbeitet haben? Was haben wir daraus gemacht? Was bleibt zu tun? Wie geht es weiter mit christlicher Friedensarbeit?

Referent war ein langjähriger Seminarbesucher selbst - Hans Dijkman aus Laaren (Niederlande). Er schlug einen Bogen, angefangen von sozialen Konflikten, die unvermeidbar aber nicht nur schlecht sind ("Eine gute Ehe kostet etwas Geschirr."). Sie können z.B. Ausgangspunkt für gegenseitiges Verständnis sein. Auf den Umgang mit ihnen kommt es an. Geht man/gehen wir auf Konfrontation, die in polarisierendem Freund-Feind-Denken und Eskalation mündet? Oder vermeiden wir Probleme lieber? Er sprach hier auch über Jesus als einen, der Konflikte offen anging beides schaffte: Probleme zu thematisieren ohne in Feindbilder (z.B. gegenüber den Römern) zu verfallen. Frieden ist eine Frage der Haltung.
Diese Haltung der Begegnung wurde auch ersichtlich als der Referent von den Erfahrungen berichtete, die er und andere holländische Seminarbesucher machten: Durchbrechen der Polarisierung des Kalten Krieges und Kontaktsuchen mit Friedensbewegten der vermeintlichen anderen Seite. Nach Anekdotischem stand doch wieder der Gegenwartsbezug: Wie machen wir weiter?

Nach Kaffee und Kuchen unterhielten sich die Teilnehmer angeregt in Gesprächsgruppen - das nicht ohne aufkommenden Ärger über politische Lagen und Feindbilder unserer Zeit: Was waren unsere letzten Konflikte und was haben wir daraus gelernt? Wer sind für mich oft "wir" und "die anderen"? Was bedroht uns am meisten? Gibt es vielleicht einen sprichwörtlichen Balken, den wir aus unseren Augen ziehen müssen? Was und wer gibt uns Hoffnung?
 

Passend kulturell gerahmt wurde das Seminar von einer Fotoausstellung mit Eindrücken v.a. aus der Region Zwickau-Chemnitz der letzten 20 Jahre, gestaltet von Dick van Schaik aus Haardewijk (Niederlande). Abends las der der Dichter Klaus Rohleder aus Waltersdorf.

von Markus Wutzler

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